Alltagsradverkehr in der Region Innviertel-Hausruck
nast consulting erarbeitet gemeinsam mit Snizek & Partner seit Dezember 2024 ein überregionales Netz für den Alltagsradverkehr in Teilen von Oberösterreich. Auftraggeber ist der Verein Inn-Salzach EUREGIO. Das Projekt umfasst die Region Innviertel-Hausruck und wird von der EU als Regionalentwicklungsprojekt gefördert.
Folgende Leader-Regionen sind Teil des Projektes:
- Mostlandl Hausruck
- Oberinnviertel-Mattigtal
- Sauwald-Pramtal
- Mitten im Innviertel

Projektziel
Die einzelnen LEADER Regionen weisen übergeordnete und landesübergreifende Radverkehrsverbindungen auf, die vorwiegend auf den Freizeitradverkehr und Tourismus ausgelegt sind. Für die Erschließung innerhalb der Gemeinden für den Alltagsradverkehr sind kaum Radverkehrsanlagen vorhanden.
Beim Alltagsradverkehr akzeptieren RadfahrerInnen überwiegend Distanzen bis zu 10 km. Es ist daher ein engmaschiges Netz mit direkten Verbindungen zu konzipieren, weil RadfahrerInnen Umwege kaum akzeptieren. Wesentliche Ziele sind z.B. Schulen, Einkaufszentren, Freizeiteinrichtungen, Stadtamt, Nahversorger, Bahnhof, wesentliche ÖV-Haltestellen, Betriebe.
Alltagsradverkehr versus Freizeitradverkehr
Die Planung der Radverkehrsanlagen unterscheidet im Allgemeinen zwischen Alltags- und Freizeitradverkehr. Der Freizeitverkehr findet bevorzugt auf baulich getrennten Radwegen und auf Radrouten im Mischverkehr im niederrangigen Straßennetz statt. Er ist wegorientiert („der Weg ist das Ziel“).
RadfahrerInnen im Alltagsverkehr sind zielorientiert. Sie bevorzugen Radfahranlagen und Mischformen und fahren im Gegensatz zum Freizeitverkehr zügig auf möglichst direktem Weg zu den Zielen („die Erreichbarkeit ist das Ziel“). Eine hohe Verkehrssicherheit ist zu gewährleisten.
In der Planung für den Alltagsradverkehr sind Verkehrssicherheit, Direktheit, Komfort und Attraktivität zu berücksichtigen. Die Wege werden auch bei Schlechtwetter und bei Dunkelheit zurückgelegt. Längsneigungen spielen eine wesentliche Rolle, da Siedlungsbereiche mit großen Längsneigungen eine geringe Akzeptanz zeigen. Hier erfolgt die Nutzung hauptsächlich nur mit E-Bikes. Aus diesem Grund sind die Längsneigungen bei der Planung entsprechend zu berücksichtigen.
Folgende Ziele sind bei der Planung von Radverkehrsanlagen für den Alltagsradverkehr zu berücksichtigen:
- Stärkung des Radverkehrs (Angebotsplanung)
- engmaschiges Netz
- kurze Distanzen (5 km – 10 km Streckenlänge)
- Schaffung von direkten Verbindungen zwischen Quellen und Zielen – Vermeidung von Umwegen
- Multimodalität – Verknüpfung Rad und ÖV
- Verkehrssicherheit
- Siedlungsschwerpunkte und wesentliche ÖV-Verknüpfungen
- geringe Längsneigungen
Methodik
Kick-Off
Das Kick-Off für die Leader-Regionen findet am Beginn der Projektlaufzeit in der jeweiligen Leader-Region statt. Bei diesem Termin stellt das Projektteam den VertreterInnen der Mitgliedsgemeinden der Leader-Region das Projekt vor. Weiters erfolgt die Vorstellung der Vorgehensweise im Projekt sowie die Einteilung der Gemeinden für die Workshops.


Grundlagenerhebung / Datenanalyse
Als Grundlage für die Planung wird in einem ersten Schritt eine Analyse der Raumstruktur und Mobilitätsdaten (Siedlungsbereiche, Pendleranalyse, Einwohnerzahlen, Quellen- und Ziele) durchgeführt. Bereits durchgeführte Vorprojekte dienen als Grundlage. Unfälle mit Radbeteiligung werden in der jeweiligen Teilregion untersucht.
Identifizierung von Quellen und Zielen
Die Quellen und Ziele für den Alltagsradverkehr bilden eine wesentliche Grundlage für die Ableitung von Wunschlinien. Die Wunschlinien stellen die Luftlinienverbindungen zwischen den Quellen und Zielen für den Radverkehr dar.
Bestandsaufnahme vor Ort
Das Projektteam erstellt anhand der Wunschlinien im Vorfeld zu den ersten Workshops ein vorläufiges Radwegenetz und führt eine Bestandserhebung durch. Dabei erfolgt eine Prüfung, ob die bestehenden Radverkehrsanlagen und Verbindungen im Mischverkehr (Radrouten) für ein Alltagsradverkehrsnetz geeignet sind. Parameter sind Linienführung, Breiten, durchgängige Verbindungen etc.
Arbeitsworkshops
In jeder Gruppe erfolgt in einem Zeitraum von 2,5 Stunden die Bearbeitung der folgenden Themen mit den GemeindevertreterInnen:
- Quellen und Ziele in den Gemeinden
- Konfliktstellen für den Radverkehr
- Wunschlinien
- Planungen und Projekte in den Gemeinden, welche den Radverkehr zukünftig beeinflussen
- Anforderungen und Wünsche an das Alltagsradverkehrsnetz aus Sicht der Gemeinden


Netzplanung / Maßnahmen
Auf Basis der Bestandsanalyse und der Wunschlinien erfolgt die Planung des Radverkehrsnetzes unter Berücksichtigung bestehender Radverkehrsanlagen. Die einzelnen Streckenabschnitte der jeweiligen Verbindung sind in der Maßnahmenliste dargestellt. Diese enthält alle wesentlichen Informationen zur Planung inklusive einer Kostenschätzung. Zusätzlich ist die Netzplanung in einem Geodatensatz dargestellt.
Feedbackworkshops
Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Arbeitsworkshops erfolgt eine finale Abstimmung der Netzplanung mit den Gemeinden. Die GemeindevertreterInnen erhalten die Unterlagen vorab zur Durchsicht. Im Zuge der Abstimmungen erfolgt die Diskussion und Anpassung der Linienführungen und Priorisierung einzelner Verbindungen.


Ergebnis
Das Ergebnis des Projektes stellt der vorliegende Bericht, die Maßnahmenliste, die Geodaten und deren planliche Darstellung dar.
Projektdaten

- Auftraggeber: Verein Inn-Salzach-EUREGIO Regionalmanagement Innviertel-Hausruck
- Auftragnehmer: nast consulting ZT GmbH, Snizek & Partner (Subunternehmer)
- Projektleitung: DI Birgit Nadler
- Projektlaufzeit: Jänner 2025 bis Dezember 2026
- Projektbeteiligte: Regionalmanagement OÖ GmbH, LEADER Regionen und KEM Regionen, Landesregierung Oberösterreich
Ansprechpartnerin: Birgit Nadler
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